Kanab ist authentisch! Diese kleine Stadt mit weniger als 5.000 Einwohnern beherbergt jährlich fast 4 Millionen Besucher aus aller Welt. Dennoch bleiben die Menschen, die Stadt und die Landschaft auf magische Weise unberührt. Kanab ist ein genialer Ausgangspunkt für zahlreiche Aktivitäten. Viele bekannte Attraktionen sind nur eine kurze Autofahrt entfernt: Zion National Park (50 km), Bryce Canyon National Park (130 km), St. George (130 km) und Page (120 km). Doch das kleine Städtchen wartet zudem noch mit ganz anderen Überraschungen auf. So befindet sich hier unter anderem eine der grössten amerikanischen Tierschutzorganisationen.

Zuflucht für verlassene Tiere
Die Privatinstitution «Best Friends Animal Society» kümmert sich um vernachlässigte Haustiere und andere arme Geschöpfe. Über 1.800 Tiere haben hier ein neues Zuhause gefunden. 400 Angestellte kümmern sich um Hunde, Katzen, Vögel, Hasen, Pferde, Ziegen, Hängebauchschweine und Schafe. Hinzu kommen circa 5.000 Freiwillige aus der ganzen Welt. Seit ihrer Gründung im Jahre 1984 konnte die Organisation dazu beitragen, die Anzahl der in US-amerikanischen Tierheimen getöteten Tiere von 17 Millionen pro Jahr auf geschätzte 800.000 zu senken. Der Leitspruch der Organisation lautet «Wir wissen, dass wir sie alle retten können.» Vehement setzen sich die Mitglieder für Sterilisationsprojekte ein, um die Zahl der Tiere, die ins Tierheim müssen, zu reduzieren. Die Organisation ermöglicht auf einem weitläufigen Areal verstossenen und ausgesetzten Tieren ein würdevolles Leben.

 

Die «Best Friends Animal Society» bietet regelmässig Touren durch ihr riesiges Gelände an. Die Führungen sind gratis, eine kleine Spende ist jedoch gerne gesehen, denn davon lebt das Unternehmen. Viele Freiwillige unterstützen den Verein. Guides zeigen das «Horse Heaven», die «Dog Town» oder «Cat Town» sowie den malerischen riesigen Tierfriedhof «Angels Rest». In «Dog Town» leben über 400 Hunde. Durch die Weitläufigkeit des Gebietes wirkt es aber keinen Moment überlaufen. Die Aussengehege sind so gross, dass jedes Tier genug Raum für einen eigenen Rückzug hat. Zudem werden die Vierbeiner tagsüber mit Hundesport und Spielen beschäftigt. Sie tragen farbige Halsbänder. Grüne Halsbänder haben die Hunde, die freundlich zu Mensch und Tier sind. Roten Halsbändern muss man mit viel Geduld begegnen. Hierbei handelt es sich meist um sehr ängstliche Tiere. Einigen Tieren sieht man an, dass sie in ihrer Vergangenheit kein schönes Leben hatten. Nun jedoch gehen die Pfleger mit den Hunden täglich spazieren, kümmern sich um die Fellpflege, das Futter und Streicheleinheiten. Nicht weniger gut geht es den Bewohnern von «Cat Town». Auf jedem Stuhl, jeder Kommode und in jedem Regal räkelt sich ein Stubentiger. Andere sind auf Futtersuche – die Mitarbeiter verstecken für aktivere Katzen ihre Mahlzeiten im Gebälk, damit diese sich auch genügend bewegen. Trotz dieser Masse an Tieren ist es auf dem ganzen Gelände unheimlich sauber. Egal, wo man sich bewegt, die goldene Regel der Mitarbeiter ist allgegenwärtig: «Behandle alle Lebewesen so, wie du selbst behandelt werden möchtest. Zeige allen Lebewesen gegenüber Mitgefühl und Respekt.»

Vegi-Town
Die «Best Friends Animal Society» prägt nicht nur den Charakter der bei ihnen beheimateten Tiere, sondern der ganzen Umgebung. So gibt es in dem kleinen Ort Kanab eine grosse Anzahl an vegetarischen Restaurants bzw. eine grosse Auswahl an – für die USA eher ungewöhnlich – vegetarischen Alternativen. Nur wenige amerikanische Ketten-Restaurants haben ihren Sitz in der Kleinstadt, dafür gibt es aber einige sehr gute lokale Restaurants, die zum Schlemmen einladen. Allen voran das «Peekaboo Canyon Wood Fired Kitchen» mit veganen und vegetarischen Menüs.

Und wer hätte in diesem kleinen Ort im Süden Utahs einen Gourmet-Tempel wie das «Sego» erwartet? Hier zaubert Chef Shon Foster mit Texturen, Aromen und Kochtechniken, wie man es sonst nur von Spitzenköchen in den angesagten US-Metropolen kennt. Shon hat bereits für Leonardo DiCaprio und Paul Simon gekocht und war Küchenchef im Fünf-Sterne-Luxus-Resort Amangiri. Doch es zog ihn zurück in seine Heimatstadt Kanab. Mit seiner Küchenphilosophie passt er perfekt zum Geist Kanabs, denn Shon hasst Abfall. Sein Ziel ist es, weniger als ein Prozent zu verschwenden. Respekt vor dem Produkt steht an oberster Stelle, und das schmeckt man! «Damit ich ein bestimmtes Produkt verwenden kann, muss ich die Personen kennen, die damit verbunden sind. Ich will immer ganz genau wissen, woher das Essen kommt. Das bin ich meinen Gästen schuldig!» Selbst in den Supermärkten wird auf «local und organic» gesetzt, und der Bio-Laden «Kanab Natural Foods» bietet alles, was man für ein gesundes Dinner braucht.

Abseits der Massen
Respekt, Verantwortung und die Liebe sowie die Verbundenheit zur Natur sind den Einwohnern Kanabs gemein. Sie sind hart, weil man in dieser abgelegenen und rauen Landschaft leben muss, aber sie sind weich, weil sie wissen, dass es einfacher ist, wenn man gemeinsam darin lebt.

Auch die Guides von «Forever Adventures» sind wahre Naturliebhaber und bieten die besten Alternativ-Trips für alle, die kein Permit für «The Wave» ergattern konnten. Zum Beispiel zur White Pocket, einer wunderschönen Landschaft auf dem Paria Plateau im Vermillion Cliffs National Monument. Die White Pocket ist eine skurrile Landschaft in Arizona. An vielen Stellen kann man sogenannte Brainrocks finden – Felsen und Hügel, die aussehen wie Gehirne, andere erinnern an erstarrte Schaumkronen. Die Formationen entstanden durch Unterbrechungen im Sedimentierungsprozess, deren Ursache – Vulkanaktivität, Erdbeben oder Überflutungen – noch nicht vollständig erforscht ist. Hier fühlt man sich wie auf einem fremden Planeten!

Weiss leuchtende Felsen blenden in der Mittagssonne, manche Gebilde erinnern an Softeis, andere an eine wahre Science-Fiction-Landschaft. Dieses Naturwunder des Westens der USA ist ganz bestimmt nicht weniger faszinierend als «The Wave» – nur noch weniger überlaufen. Farbige Felsen drehen sich in beige-rot-weissen Spiralen zu spitzen Türmchen, und hinter jeder Biegung gibt es wieder etwas Neues zu entdecken. Leicht kann man hier einige Stunden verbringen und es wird nicht langweilig. Nicht allzu weit entfernt von der White Pocket liegen die Coyote Buttes. Hier sind die weissen «Brainrocks» verschwunden, dafür findet man aber viele «Buttes» – Felsformationen, die aus sehr feinen Steinplättchen bestehen und an Blätterteig erinnern. Auch unser Guide entdeckt immer wieder neue Fotomotive und ist, wie er sagt, immer wieder aufs Neue von diesem Fleckchen Erde begeistert. Er möchte nirgendwo anders wohnen, denn Kanab ist ein ganz besonderer Ort und der perfekte Ausgangspunkt für Outdoor-Liebhaber. Kanab ist einfach zauberhaft, da sind sich alle einig! «Abra Kanabra»!